Auf dem Weg zu grüneren Gewässern: Eine Kohlenstoffsteuer auf Schiffsemissionen
Ein Balanceakt auf hoher See
Eine vorgeschlagene Kohlenstoffsteuer auf Schiffsemissionen könnte zusammen mit umfangreichen US-Subventionen für erneuerbare Energien die Kostenlücke zwischen fossilen Brennstoffen und nachhaltigen Alternativen schließen.
Der weltweite Schifffahrtssektor hat nur sehr begrenzte Fortschritte bei der Dekarbonisierung gemacht, was vor allem auf die hohen Kosten für erneuerbare Kraftstoffe im Vergleich zu Bunkerkraftstoff zurückzuführen ist. Der Wind des Wandels könnte jedoch bald die Segel der Branche füllen. Eine voraussichtliche Kohlenstoffsteuer auf Schiffsemissionen in Verbindung mit erheblichen amerikanischen Subventionen für erneuerbare Energien könnte diesen Kostenunterschied ausgleichen. Wenn diese Abgabe und die Subventionen tatsächlich eingeführt werden, könnte dies die grüne Revolution in der Branche erheblich beschleunigen.
Den Kurs auf reduzierte Emissionen festlegen
Die Schifffahrtsindustrie ist für 3% der weltweiten Emissionen verantwortlich und braucht dringend einen Plan zur Verringerung ihres Kohlenstoff-Fußabdrucks. Die Lebensdauer von Schiffen beträgt ein Vierteljahrhundert. Das bedeutet, dass alle heute bestellten Schiffe auch im Jahr 2050 noch in einer Welt mit Netto-Null-Emissionen unterwegs sein werden. Alternative Kraftstoffe, insbesondere solche auf der Basis von grünem Wasserstoff, sind zwar vielversprechend, aber noch nicht ausgereift und müssen noch viel weiter entwickelt werden, bevor sie rentabel sind.
Navigieren zu den Alternativen: Grünes Ammoniak und Methanol
Unter den Alternativen scheint grünes Ammoniak die wettbewerbsfähigste Option zu sein. Die Schifffahrtsindustrie muss sich jedoch noch mit den Sicherheitsaspekten dieses Kraftstoffs auseinandersetzen. Andererseits ist grünes Methanol, das durch die Reaktion von Wasserstoff mit aus Biomasse oder der Atmosphäre gewonnenem Kohlendioxid entsteht, eine bewährte Technologie. Sie ist daher die wahrscheinliche Ausgangsbasis. In der Tat wurden bereits 130 Schiffe in Betrieb genommen, die Methanol als Kraftstoff verwenden können.
Das Kostenhindernis angehen
Das Kostenproblem bleibt jedoch bestehen. Bunkerkraftstoff ist nach wie vor deutlich billiger als jede dieser grünen Alternativen. Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Der Preis für Bunkerkraftstoff lag im letzten Jahr bei $825 pro Tonne. Selbst bei den niedrigeren Schätzungen der Kosten für grünen Wasserstoff von $2,5 pro Kilogramm würde Ammoniak $1239 pro Tonne kosten (was dem Heizöl entspricht), so Aparajit Pandey, Leiter der Abteilung für Dekarbonisierung in der Schifffahrt bei der Denkfabrik für saubere Energie RMI. Bei Methanol würden die Kosten auf steile $1400 pro Tonne steigen.
In Anbetracht der mehr als drei Tonnen Kohlenstoff in jeder Tonne Heizöl müsste die Abgabe auf $130-180 pro Tonne CO2 festgesetzt werden, damit die Umstellung wirtschaftlich rentabel ist, und zwar noch vor Berücksichtigung etwaiger Infrastrukturkosten.
Dies ist jedoch kein unangemessener Wert. Das Emissionshandelssystem der Europäischen Union (EU ETS), das ab 2024 für die Schifffahrtsemissionen eingeführt werden soll, liegt derzeit bei etwa 90 € pro Tonne und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich noch steigen. Selbst eine niedrigere Kohlenstoffsteuer könnte für eine gewisse Entlastung sorgen, insbesondere wenn sie mit US-Subventionen gekoppelt ist. Durch diese Subventionen könnten die Kosten für Wasserstoff um $1,5 pro Kilogramm gesenkt werden. Dadurch könnte die erforderliche Kohlenstoffabgabe drastisch in den zweistelligen Bereich gesenkt werden, bei Kraftstoffen, die auf dem billigsten Wasserstoff basieren, sogar noch weiter.
Ein Aufruf zu den Waffen für die Schifffahrtsindustrie
Länder, die fossile Brennstoffe oder Waren über große Entfernungen exportieren, mögen bei dem Gedanken an eine Abgabe in beliebiger Höhe erzittern. Sie sollten jedoch ihre Haltung überdenken. Selbst eine Steuer von mehr als $100 pro Tonne erhöht die Kosten für die beförderten Güter nur um einen winzigen Betrag. Es ist höchste Zeit, dass sich die Schifffahrtsbranche zusammenschließt und sich nachdrücklich für eine Kohlenstoffsteuer ausspricht.
Einblicke von Think Carbon
In den sich entwickelnden Dialog über umweltfreundliche Schifffahrt hat sich Think Carbon eingeschaltet, ein Unternehmen, das sich auf vorausschauende Kohlenstoffberechnungen mit der neuesten Technologie der künstlichen Intelligenz spezialisiert hat. Ihre kalkulierte Meinung zu den vorgeschlagenen Subventionen für grüne Kraftstoffe und der Abgabe auf fossile Kraftstoffe ist, dass dies nicht nur ein guter, sondern ein längst überfälliger Schritt ist.
Think Carbon begrüßt diesen Fortschritt: "Wir freuen uns, dass die internationale Schifffahrtsbranche endlich das drängende Problem der Kohlenstoffemissionen angeht. Die vorgeschlagene Subventionierung grüner Kraftstoffe und die Abgabe auf fossile Kraftstoffe sind ein dringend benötigter und willkommener Schritt in die richtige Richtung.
Sie rufen auch die gesamte Weltgemeinschaft zu den Waffen: "Wir ermutigen von ganzem Herzen mehr Nationen, in kohlenstoffreduzierende Technologien zu investieren. Es ist nicht nur für die Schifffahrtsindustrie, sondern für alle Sektoren von entscheidender Bedeutung, sich für die Gesundheit unseres Planeten auf Nachhaltigkeit umzustellen." Sie machen deutlich, dass in dieser Ära des Umweltbewusstseins jeder Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft ein Schritt ist, der sich lohnt.